Blaskapelle Eichsel 1977 e.V.

die kleine aber feine Musikformation

Gib hier deine Überschrift ein

Die Chronik der Blaskapelle Eichsel

Die Gründung 1977...

Musik wurde auf dem Dinkelberg schon immer grossgeschrieben, so auch auf dem Dinkelberg. Doch der lang ersehnte Wunsch nach einer Blasmusik wurde erst im Jahre 1977 Realität. Moment – Blasmusik konnte man es damals noch nicht nennen.
Aus einer fröhlichen Laune heraus fanden sich am 30. Juni 1977 einige junge Musikbegeisterte zusammen und gründeten eine «Guggenmusik».
Bei der Gründungsversammlung anwesend waren: Horst Asal, Eugen Brugger, Brunhilde Bernbach, Gerhard Brugger, Edmund Büllmann, Edith Brodbeck, Robert Fritz, Kurt Klein
Gerda Meier, Heinz Meier, Werner Ottinger, Anita Rütschlin, Franz Rütschlin, Sieglinde Schwarz, Albert Stöß, Georg Zipfel und Elisabeth Zipfel.
Alle waren sich einig, dass die neugegründete „Guggemusik“ unter der Schirmherrschaft des Männerchors laufen sollte.

Die Initialzündung ging vom Kunstmaler Robert Fritz aus, der damals in Eichsel lebte.
Auch sein Namensvorschlag „Ammoniten Eichsel“ wurde einstimmig für gut befunden.
Die musikalischen Leiter der ersten Stunde waren Wilfried Trefzer, Robert Fritz und Georg Zipfel.
Anton Brugger wurde in Abwesenheit zum Vorsitzenden gewählt, ein Amt, welches er 21 Jahre ausüben sollte.

Die ersten Jahre 1977 – 1982

Von Anfang an war das Ziel der neugegründeten Musik das Brauchtum in Eichsel zu pflegen und zu erhalten. Am 17.07.1977 um 19.15 h spielte die Musik zum ersten Mal öffentlich und erntete viel Beifall. Im August folgte ein Auftritt am Grümpelturnier in der Kellermatt. Am 11.11.1977 wurde die Fasnacht eröffnet und am 02.02.78 führte man erstmals den «Hemdglunki» – Umzug an. Als Repertoire hatte man zu Anfang nur 2 Lieder, die mussten reichen. Beim Narrenumzug am 05.02.1978 erreichte man trotzdem den 1. Rang der Musikgruppen. Doch dabei blieb es nicht, Wilfried Trefzer entpuppte sich als Dirigent und brachte die Ammoniten musikalisch auf Vordermann. Die «Ammoniten» belebten mit ihren zahlreichen Aktivitäten das kulturelle Miteinander in Eichsel. Fasnacht, Schiibefüür, Holzversteigerung, St. Martinsumzug, Eröffnung Autohaus Winzer, Schulfest, Eichsler Umgang, Grümpelturniere , Altennachmittage…..überall waren Sie dabei und auch als Gäste herzlich willkommen. Mit der Einladung der letzte Buure vom Dinkelberg am 17. Februar 1979 begann, eine gute und freundschaftliche Beziehung zu Fasnacht im Nachbardorf, welche bis weit über die Jahrtausendwende Bestand hatte. Der Beschluss der Generalversammlung vom 19.04.1980 nicht der Narrenzunft Rheinfelden beizutreten, war der erste Schritt weg von der «Guggemusik» und hin zur seriösen Blasmusik. Am 30. Mai 1981 trennte sich die Blasmusik vom Gesangverein und so wurde der Weg frei, damit man sich am 07.Mai 1982 als eigenständiger Verein Namens «Ammoniten Eichsel 1977 e.V. ins Vereinsregister eintragen konnte.

Der mühsame Weg zur Blaskapelle 1982-1988

In den 80er wurde der Weg zur «seriösen» Blaskapelle kontinuierlich und konsequent weiter bestritten. Zusätzlich zu den mittlerweile schon zum Standard gehörenden Dorfaktivitäten, kam man am 19.12.1984 zusammen: Die Proberaumwirtschaft, das Café Dinkelberg, feierte sein 25jähriges Bestehen und so durften die «Ammoniten» nicht fehlen. Es wurde für die anwesenden Nachbarn, Stammgäste und ehemaligen Bedienungen zum Tanz und Unterhaltung gespielt. Am Samstag den 16.02.1985 wurde zum ersten Mal der Preismaskenball im Gemeindezentrum ausgerichtet und alle waren gespannt, wie es hinhaut -> Es war ein voller Erfolg. Viele Maskenträger bemühten sich um Preise und etliche Cliquen marschierten ein. Die Generalversammlung am 19.04.1985 beschloss die Namensänderung zu «Blaskapelle Ammoniten Eichsel» Zum 1. Frühjahrskonzert präsentierte sich die neue «Blaskapelle Ammoniten Eichsel» mit einem abwechslungsreichen Repertoire, welches gelungen vorgespielt wurde. Bei der Generalversammlung am 24.01.1987 gab Wilfried Trefzer nach 10 Jahren den Dirigentenstab ab. Gerhard Vogel aus Rheinfelden konnte als Nachfolger gewonnen werden. Mit dem Antrag vom 23.01.1988 zur Aufnahme im Alemannischen Musikverband wurde der lange Weg zur seriösen Blaskapelle quasi beendet.

Die Blaskapelle etabliert sich 1988-1991

1988 begann mit der Einladung zum «Stroosefescht» eine über lange Jahre bestehende Freundschaft mit dem Musikverein Attenschwiller (Elsaß). Höhepunkt der Beziehung waren zwei gemeinsame grandiose Doppel-Konzerte im Jahre 2000.
Am 29.09.1989 erklungen die Instrumente zum letzten Mal im Café Dinkelberg. Hugo und Gertrud Linsin schlossen die Gaststätte aus gesundheitlichen Gründen. Mit einem Blumenstrauß und musikalischen Grüßen wurden beide verabschiedet. Das Café Dinkelberg war von Anfang an bis zur Eröffnung des Gemeindezentrums, im Wechsel mit dem Gasthaus Maien, das Probelokal der «Ammoniten».
Am 18.02.1989 wurde beschlossen eine Uniform anzuschaffen, in der man sich auch als Blaskapelle nach aussen entsprechend repräsentieren kann. Mit einem beachtlichen Zuschuss und einer Spendenaktion im Dorf waren die Kosten gedeckt.
Bei einem gemeinsamen Frühlingsfest im Gemeindezentrum mit dem Männerchor wurde am 26.05.1990 die neue Einheitskleidung der Bevölkerung vorgestellt.
An der Generalversammlung 1991 muss der beliebte Dirigent Gerhard Vogel aus gesundheitlichen Gründen zurück treten. Nachfolger wurde der 23jährige Patrick Müller aus Degerfelden.

Die Wilden Jahre 1991 – 2001

Am 20.06.1991 zur Einweihung des neuen Eichsler Sportplatzes, gab Patrick Müller als neuer Dirigent sein Debut. Mit diesem jungen und engagierten Dirigent, einer umtriebigen Vorstandschaft und einer guten Jugendarbeit entwickelte sich die Blaskapelle stetig weiter. Der Rosenmontag etablierte sich zu einem Magnet für Menschen aus nah und fern. Ein weiterer Höhepunkt in der Geschichte der Blaskapelle sollte das 1. Dinkelberger Musikfest werden, welches in Zusammenarbeit mit dem Sportverein entstand. 3 Tage im Juni 1994 wurden Gäste aus nah und fern mit Blasmusik, Kaffeestube, Bar, Steelband und Tanz unterhalten. Anton Brugger übergab am 30.01.1998 nach 21 Jahren den ersten Vorsitzenden an Andreas Rütschlin. Das 1. Mai Waldfest beim Paradiesgrillplatz musste 1999 dem Autobahnbau weichen und wanderte zum Chäppelli. Zum 25jährigem «Laubenfest» – Jubiläums vom 28. – 31.09.1999 der Rheinfelder Partnerstadt Neumarkt in Südtirol durfte die Blaskapelle Eichsel als offizielle Vertretung der Stadt mitwirken. Ein Event, welches den Beteiligten wohl für immer in Erinnerung bleibt. Die Doppel-Konzerte in der südamerikanisch dekorierten Halle, bei welchem die 75 Musiker im grossen Finale gemeinsam im Indio-Look auftraten suchte seinesgleichen. «Zehn Jahre sind genug» meinte der musikalische Leiter Patrick Müller im Anschluss an dieses grandiose Konzert und legte den Taktstock nieder und übergab an Karlfrieder Jülle

Die Blaskapelle wird erwachsen 2002-2006

Karlfrieder Jülle war lange Jahre selber Posaunist, hatte den Dirigenten von der Pieke auf gelernt und eine sehr gute Ausbildung durchlaufen. Er ging gleich mit sehr viel Engagement ans Werk und verstand es die Musiker zu begeistern und zu motivieren. Die Musikproben waren ungewohnt anstrengend, doch kurzweilig zugleich. Musikalisch und kameradschaftlich war die Blaskapelle mit Karlfrieder Jülle auf dem richtigen Weg und so schaffte er es, die Musiker innerhalb weniger Jahre auf ein neues Niveau zu heben. Ein weiterer Höhepunkt stand vom 21. bis 24.06.2002 auf dem Programm: Die Blaskapelle wurde 25 Jahre alt – der jüngste Verein im alemannischen Musikverband. Es war nicht nur ein Jubiläum sondern auch ein grosses Fest auf dem Dinkelberg. Andreas Rütschlin gab nach intensiven und ideenreichen 5 Jahren sein Amt als Vorsitzender an Stefan Eckert weiter. Mit neu besetzter Vorstandschaft, viel Elan und die schon genannten Jugendarbeit erhielt eine neue Gewichtung im Verein, Edith Brodbeck leitete die Jugend und war gleichzeitig 2. Vorsitzende. Es waren wilde Jahre und so bekamen kameradschaftliche Aktivitäten wie «Suser Bummel» Ausflüge, Hocks und Radtouren eine starke Gewichtung und sorgten für gelungene Abwechslungen im Vereinsleben. Die Blaskapelle hatte zu der Zeit mit 26 Aktiven Musikern ihr grösste Besetzung seit der Gründung. Leider wurden diese fetten Jahre mit dem gleichzeitigem Verlust von 6 aktiven Musikern,welche aus verschiedenen Gründen ihr Instrument an den Nagel hingen, abrupt beendet. Der Verlust der Musiker konnte teilweise durch die Jugendarbeit aufgefangen werden und so ging es in den folgenden Jahren darum am Guten fest zu halten und nicht so gutes zu beenden.

Spass und Arbeit 2007 – 2015

Die Jahre 2007-2015 wurden geprägt vom jährlich ähnlichen Ablauf, gespickt mit etlichen Highlights: Fasnacht,1. Mai-Fescht am Kapelleli, Feuerwehfest, Altennachmitteg, Eichsler Umgang, Gräberbesuch und das Jahreskonzert. Eines der grössten Highlights dieser 8 Jahre, war das 3-Fach Konzert zusammen mit dem MV Degerfelden und MV Herten zur «Grün 2007» im Tutti Kiesi. 100 Musiker die gemeinsam auf der Bühne mehrere Stücke zum Besten gaben. Dieses Konzert blieb vielen Aktiven und Zuschauern sehr lange in Erinnerung. Im Juli 2009 wurde der Spielplatz im Biefang in Eichsel eröffnet, feierlich und mit Musik der Blaskapelle im Oktober 2009 spielte dann die Blaskapelle zum 50. Geburtstag von Heike Schütz, einer langjährigen und treuen Musikerin der ersten Stunde. Leider musste sie dann im Mai 2011, völlig überraschend, von der Blaskapelle zu Ihrer letzten Ruhestätte begleitet werden. 75 Jahre freiwillige Feuerwehr in Eichsel wurde im September 2011 gefeiert und am Sonntagmittag von der Blaskapelle umrahmt. Ausflüge wie zum Beispiel zur Lochmühle in Eigeltingen 2008, eine Kanu-Wanderung 2010 und der der 3-tägige Ausflug in die FlumserBerge 2011 waren fester Bestandteil der Blaskapelle. Die Kinderfasnacht wurde ab 2013 auf Samstag gelegt und der schwächelnde Rosenmontag brauchte mehr Aufmerksamkeit. Mit aufwendiger Hallendeko, Vampir vs Werwolf-Motto und neuer Tanzband ging es 2014 wieder bergauf. Und so konnte dem Aus der Veranstaltung noch ein paar Jahre entgegen gewirkt werden. An der Generalversammlung 2015 kündigte Karlfrieder Jülle an, dass die Blaskapelle bereit für eine Weiterentwicklung sei und er gerne zeitnah den Taktstock abgeben möchte.

Im Wandel 2016-2018

Die Suche nach einem neue Dirigenten ging überraschenderweise relativ schnell und so konnte man am 03.07.2016 beim Platzkonzert vor dem Gemeindezentrum die offizielle Taktstockübergabe vollziehen. Nach 15 Jahren ging die Ära Karlfrieder Jülle zu Ende und der Vollblut-Klarinetist und Jazzer Michael Glünkin aus Wittlingen übernahm das Amt des Dirigenten. Die Blaskapelle wurde wieder aktiver und es kamen neue zusätzliche Auftritte dazu. Der Hemdglunki-Umzug startete ab 2016 in Obereichsel um damit mehr Teilnehmer an zu locken. Mehrere Politische Auftritte standen 2017 auf dem Programm der Blaskapelle: am 27.07.2017 wurde die Tunnelanschlagsfeier mit Presse, Fernseh, Politiker und der Blaskapelle Eichsel durchgeführt. am 03.12.2017 spielte die Kapelle zur offiziellen und erstmaligen Erleuchtung des Mammutsbaum, der höchste freiwachsende Weihnachtsbaum in Deutschland in Obereichsel. 2017 und 2018 durfte die Blaskapelle den Neujahrsempfang in Wittlingen begleiten. Am Jahreskonzert zum 40jährigen Bestehen der Blaskapelle, wurden alte Bilder an die Wand gebeamt und etliche alte Geschichten erzählt. Anton Brugger, letztes verbliebenes Gründungsmitglied, erhielt die Ehrennadel das AMV für 40 Jahre aktiv. Er hatte wohl die meisten Anekdoten im Hinterkopf. Zur Weihnachtsfeier im Jahr 2017 gab es für die Blaskapelle ein allerletztes CordonBleu im Gasthaus zum Wilden Mann, welches den Betrieb leider einstellte und seine Türen schloss.

Im Hier und Jetzt 2018 –

Noch mehr Veränderungen sollten 2018 folgen: Michael Glünkin wurde nach nur knapp 2 Jahren durch Frank Schlesselmann, der mit seiner sympathischen Art und modernen Musikauswahl bei Publikum und Musikern punktete, ersetzt. Nach mehreren verregneten Jahren, wurde das 1. Mai-Fescht zum ersten Mal beim Fussballplatz und Vereinsheim des SV Eichsel durchgeführt. Weniger Aufwand, richtige Toiletten, Wetterunabhängigkeit und Strom gaben den Anstoss. Ein Ort ,der für die nächsten Jahre bleiben und den Erfolg zurück bringen sollte. Die ersten zwei Konzerte 2018 und 2019 mit Frank Schlesselmann waren ein toller Erfolg, die Blaskapelle hat die Kurve gekriegt und entwickelt sich rasant weiter. Viele Jugendmusiker warten in der «pipeline» und so war es der richtige Zeitpunkt für Stefan Eckert das Amt nach 17 Jahren als ersten Vorsitzenden an Manuel Brugger weiter zu geben. Manuel Brugger übernahm das Amt mit der Hoffnung gleich loslegen zu können, er wolle wieder mehr Spass und Musik in Vordergrund stellen. Der Rosenmontagsballs entwickelte sich leider negativ und war nicht mehr tragbar, doch was damals keiner wusste war es 2020 auch für lange Zeit die letzten Aktivitäten der Blaskapelle. Es folgt die Corona-Pandemie. Hygienekonzepte, geschlossene Hallen, Versammlungsverbote erschwerten das Vereinsleben enorm. Anfang 2022 rafften wir uns zusammen und versuchen seitdem wieder Blasmusik und Veranstaltungen vom Dorf fürs Dorf zu machen. Das Jahreskonzert im November 2022, erstmals seit Jahren wieder am Samstag-Abend, sollte das Ende einer langen Leidenszeit sein und es wurde gefeiert bis in die Morgenstunden. Hoffentlich der Beginn in eine neue Ära!